Digital Natives und Bildung 2.0

Bei der 1. Social Media Nacht am 22. Oktober 2014 war ich als Speakerin für die Generation der digital natives geladen und habe über die Erwartungen an das Lernen mit Bildung 2.0 gesprochen. Hier möchte ich noch einmal Einblicke in meine Gedanken geben.

Rückblick von Speakerin Larissa Schmitz, Studentin der Medienpraxis an der Uni Essen.

Larissa Schmitz auf der 1 Social Media Night Bildung 2.0

Social Media für das Lernen, Web Based Training, Bildung 2.0 oder sogar schon 3.0 – das alles schwirrt bereits in den Köpfen der Universitäten umher, aber findet nicht wirklich den Schalter zum Aktivieren. Dabei ist genau das endlich notwendig, damit den kommenden und schon bestehenden Generationen von digital natives gerecht wird. Sei es Ihnen das Lernen zu ermöglichen, dass sie erwarten oder sogar die Erwartungen beibringen, die digital natives an das Lernen im Zeitalter von Facebook und Co. haben sollten.

Der Lernsinn verändert sich

Eine der zentralen Fragen meines Vortrags lautete: Warum merken wir uns belanglose Informationen aus den Social Media eher, als die Fachinformationen in unseren Seminaren? Der Lernsinn der digital natives verändert sich zunehmend. Auf Facebook und Twitter nehmen wir nur noch Nachrichten in 140 Zeichen auf. Es sind kleine Häppchen, durch die wir uns unser Wissen aneignen. Nicht mehr dicke Bücher, die es in zwei Tagen zu lesen gilt oder volle PowerPoint Präsentationen, auf die wir 90 Minuten lang starren. Mikrolearning ist das Keyword. RSS-Feeds, Social Media und Google sind mittlerweise unsere Portale, durch die wir unser Wissen aufstocken und uns Sachverhalte merken. Das was hängen bleibt, wird verbreitet, geteilt und kommentiert. Smartphones und Social Media sind unser Alltag, also warum nicht auch unser Lernalltag?

Digital Natives – Aktive Lerner

Die Generation Y hat es nicht leicht. Verändert die Technik und die sozialen Netzwerke den Lernsinn, arbeitet das statische Bildungprogramm im Schulalltag dagegen. Dabei könnte es so einfach sein. Das „digital“ in digital natives macht es bereits deutlich. Meiner Meinung nach bedeutet digital hier nicht Lernen mit der neusten und besten Technik, sei es Laptop, Tablet und High Speed Internet. Es geht weit darüber hinaus. Digital meint die eigene Freiheit des Lernens. Ich möchte entscheiden, wann, wo und wie ich lerne. Ist mein Lernumfeld ruhig oder laut, lerne ich drinnen oder draußen? Eigne ich mir das Wissen über kleine Häppchen an oder pauke ich alles auf einmal? Möchte ich die Geschichte Chinas von einem deutschen Dozenten erfahren oder vernetze ich mich direkt mit einem Chinesen in Peking? Es gibt unzählige Möglichkeiten und die Freiheit besteht darin, die ständige Möglichkeit des Lernens nutzen zu können. Das gelingt aber nur durch den ständigen Kontakt mit meinem Lehrmaterial. Sei es über mein Smartphone oder Tablet von unterwegs oder von meinem Computer zu Hause. Sei es um 10 Uhr morgens oder um drei Uhr nachts. Das Internet und die Social Media machen es möglich. Warum nicht auch die Universitäten?

Theorie und Praxis

Mir ist bewusst, dass meine Forderungen bzw. die Forderungen der digital natives leichter gesagt sind, als umgesetzt. Auch sieht die Theorie der Erwartungen der digital natives an Bildung 2.0 anders aus, als die Praxis es hergibt. Konzepte, die den neuen Lernsinn unterstützen sollen, wie Blended Learning (Mischung aus selbstgesteuertem E-Learning und Präsenzlehre), können erst dann greifen, wenn die kommenden Generationen nicht mehr von dem statischen Schulsystem umgeben sind. Schüler werden mit derart festen Vorgaben und Leitlinien durch ihre Schullaufbahn geschleust, dass sie sich an den Universitäten meist überfordert und verloren fühlen. Den Stundenplan selbst erstellen? Eigenständiges Lernen? Hausarbeiten statt Klassenarbeiten? Das alles ist Neuland. Damit in der Praxis Bildung 2.0 auch von uns digital natives umgesetzt werden kann, müssen wir zunächst einmal lernen, selbstgesteuert zu lernen. Erst dann werden wir unseren eignen Erwartungen gerecht.

Fazit: Die Erwartungen, die mit den Generationen der digital natives an das Lernen gestellt werden, müssen von vielen Seiten erfüllt werden. Wichtig ist allerdings, dass nicht mehr nur minimale, sondern riesige Schritte in die Richtung der Digitalen Transformation gemacht werden. Der Film The Voice of the Active Learner von dem Technologiekonzern Blackboard Inc. fasst noch einmal die Erwartungen der Generationen zusammen.


Vortrag von Larissa Schmitz zum Download

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.